Das Insel-Hopping geht weiter: heute wollen wir von der Insel Møn nach Falster. Dort haben wir uns einen Shelter auf einem Camping-Platz reserviert. Vorher wollen wir noch den Kreidefelsen der Insel Møn einen Besuch abstatten.
Die Nacht war, sagen wir mal, „interessant“. Mini-Zelt, dazu noch ein Großteil des Gepäcks im Zelt. Da bleibt nicht viel Bewegungsfreiheit. Aber trotz nächtlichem Regen sind wir trocken geblieben. Morgens heißt es dann erstmal, alles irgendwo im Zelt wiederzufinden, was man abends im Dunkeln irgendwo verstaut hatte.
Unser Campingplatz bietet Frühstück an, d.h. wir müssen gar nicht weit fahren, sondern können direkt nach dem Aufstehen Frühstücken. Bei schönstem Sonnenschein genießen wir unser Frühstück. Währenddessen können unsere Zelte noch etwas trocknen.

Recht spät, gegen 11:30 Uhr, kommen wir los. Unser erster Zwischenstopp ist das Besucherzentrum an den Kreidefelsen. Neben uns sind auch noch viele Autofahrer dahin unterwegs, aber sie sind radfahrerfreundlich – wie überall in Dänemark – und überholen auf dem steilen Weg mit ausreichend Abstand. Am Besucherzentrum (Geo Center Møns Klint) dieses UNESCO Weltnaturerbes machen wir kurz Halt. Es ist sehr voll, zu den Klippen sind es noch ein paar Meter zu gehen und wir wollen unsere Fahrräder mit dem Gepäck nicht alleine lassen. Also fahren wir weiter – und es geht bergab.

Im Süden der Insel machen wir einen kleinen Abstecher, um vielleicht von unten einen Blick auf die Klippen zu erhaschen. Leider vergebens. Weiter geht es durch die Felder Richtung der Insel Bogø. Von dort wollen wir mit der Fähre nach Falster.


Nach knapp 30 Kilometern erwischt uns der Regen. OK, alles ist wasserdicht verpackt und wir haben Regensachen dabei, aber so macht Fahrradurlaub keinen Spaß. Wir hetzen über den Damm, der die Inseln Møn und Bogø verbindet. Kein Blick für die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten links und rechts. Gegen 15:30 Uhr erreichen wir den Fähranleger in Bogø By. Wir müssen auf die Fähre warten. Im Regen ist das kein Spaß.
Kurz nach 16 Uhr geht es auf die Fähre. Die Fähre, die „Museumsfähre Ida“, ist ein „Historisches Monument“. Aber es ist alles grau in grau und bei dem Wetter haben wir dafür leider keinen Blick.

Die Überfahrt nach Stubbekøbing dauert eine knappe Viertelstunde. In einem Unterstand, wo normalerweise die Fährpassagiere auf ihre Überfahrt warten, checken wir nochmal unsere Regenkleidung, denn natürlich ist der Regen mit auf die Insel Falster gekommen. Und wir haben ja noch etwa 20 Kilometer vor uns.

So schnell, wie es das Wetter eben zulässt, fahren wir gen Süden. Einfach nur ankommen und dann ein trockenes Plätzchen finden, ist die Devise. Knapp acht Kilometer vor dem Ziel kommen wir an die Küste. Normalerweise sicher eine schöne Route, bei der man bei gemütlicher Fahrt die Aussicht genießen kann. Aber nicht jetzt.

So geht es die Küste entlang südwärts. Aber – oh Wunder – kurz vor dem Ziel hört der Regen auf, der Himmel klart auch und die Sonne kommt wieder raus.
Da unser Shelter zum Campingplatz Ulsev Strand gehört, checken wir dort ein und fahren dann weiter zu unserem Shelter. Die beiden Shelter stehen am Ende des Campingplatzes auf einer Wiese neben dem Fußballplatz. Jeder Shelter hat einen Tisch mit Bänken und es gibt eine Feuerstelle. Dazu Toiletten und Duschen des Campingplatzes. Perfekt. Das Ganze kostet 100 DKK, also umgerechnet ca. 14 EUR , pro Person
Schnell hängen wir unsere nassen Sachen auf und auch die Zelte, die heute morgen nicht ganz trocken geworden sind, finden ihren Platz in der Sonne.


Danach kommt das übliche Abendprogramm: Duschen (so einen Campingplatz muss man ausnutzen), Kochen (Nudeln, was sonst) und Abendessen in der Abendsonne.
Abends kommen noch zwei Däninnen, die den anderen Shelter belegen. Sie sind mit dem Auto angereist und wollen das ganze mal ausprobieren. Und was die beiden alles so mitbringen: Fackeln, die sie rund die Feuerstelle drapieren, dicke Luftmatratzen, ein Ghettobluster, da kommen wir uns schon recht winzig und minimalistisch vor. Aber leben und leben lassen, jeder nimmt das in den Urlaub mit, was er so braucht.
Und weil das Wetter so schön ist und es lange hell ist – die Sonne geht erst kurz vor 22 Uhr unter – machen wir noch einen Strandspaziergang, denn der Campingplatz liegt direkt an der Ostsee.


Strecke: Camp Møns Klint – Møns Klint – Bogø – Stubbekøbing – Ulslev Strand
Länge: ca. 75 km
Dauer: ca. 8 h inkl. Fähre und Wartezeiten

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