Nach dem Sturz gestern kurz vor dem Ziel ist die Stimmung am vorletzten Tag unserer Radtour etwas gedämpft. Aber wir müssen weiter. Von Lolland geht es über Langeland nach Ærø. Zweimal müssen wir die Fähre nehmen.
Nach einem Frühstück mit Kaffee, Keksen und ein paar Stücken Schokolade brechen wir auf. Bei bestem Wetter geht es westwärts den Deich entlang.

Uns fällt immer wieder auf, dass Ferienhausbesitzer vor dem Deich Sitzmöglichkeiten aufgebaut haben. Ein schöner Ort, um seinen Kaffee zu genießen.

Nach 10 Kilometern verlassen wir den Deich und biegen Richtung Norden ab. Zwischenziel ist Naskov. Von dort geht es dann weiter zum Fährhafen Tårs. In Naskov frischen wir unserer Vorräte auf; wir wollen ja heute, an dem letzten Abend an dem wir selbst kochen müssen, was zu essen haben.
Nachdem wir Naskov verlassen haben, geht es in nordwestlicher Richtung weiter. Ein kleines Stück an der Küste, aber meist durch Wiesen und Felder. Typisch für das, was wir auch schon die letzten Tage erlebt haben. Und es wird auch nicht langweilig.
Etwa drei Kilometer fahren wir parallel zur Rute 9, die direkt zum Fährhafen Tårs führt. Als dann aber unser Radweg die Landstraße unterquert und einen knapp zwei Kilometer langen Umweg macht, kommen in mir leichte Befürchtungen auf: Schaffen wir es pünktlich zur Fähre oder müssen wir eine Stunde warten? Aber die Sorge ist unbegründet: kurz nach 13 Uhr sind wir am Fährhafen und um 13:15 Uhr geht die Fahrt nach Spodsbjerg auf Langeland los. Die ersten 35 Radkilometer unserer heutigen Tour sind geschafft.

Etwa 45 Minuten dauert die Überfahrt, dann sind wir auf der nächsten dänischen Insel, Langeland angekommen. Wie der Name sagt, ist das eine „lange Insel“, in Nord-Süd-Richtung. Wir müssen einmal quer über die Insel um nach Rudkøbing zur nächsten Fähre zu kommen. Das sind nur etwa 10 Kilometer. Dazu biegen wir nach der Fähre direkt links ab und fahren parallel zur Landstraße, die dann über die Langelandsbroen nach Fünen führt, gen Westen.
In Rudkøbing haben wir leider nicht so viel Glück wie in Tårs: die Fähre ist gerade weg. Wir müssen knapp zwei Stunden warten. Und die Wartezeit verbringen wir – wie so oft – mit Kaffeetrinken.

Um 17 Uhr geht dann unsere zweite Fährfahrt des heutigen Tages los. Etwa 50 Minuten dauert die Überfahrt nach Ærø. Von Marstal aus sind es dann noch 11 Kilometer bis zu unserem Tagesziel in Ærøskøbing. Eine vermeintliche kurze, einfache Strecke, aber dann ereilt uns ein Platten. Das Loch ist aber so klein, dass wir mit einigen Pausen zum Aufpumpen weiterfahren können und die Reparatur auf den nächsten Tag vertagen können.

Kurz nach 19 Uhr erreichen wir unser Tagesziel, einen kleinen privaten Campingplatz oberhalb von Ærøskøbing. Der Besitzer erwartet uns schon, kassiert einen kleinen Obolus und verabschiedet sich dann direkt; er will über’s Wochenende verreisen.
Und wir sind von dem Platz positiv überrascht: eine gemähte Obstwiese, auf der zwischendrin einige Zelte stehen. Dazu eine einfache Toilette und ein alter Stahl mit Kühlschrank und einigen Steckdosen, wo schon jede Menge Mobiltelefone geladen werden.


Wir bauen unsere Zelte auf, kochen zum letzten Mal Nudeln und genießen den letzten Abend. Die Tour ist fast geschafft.

Strecke: Kramnitse – Nakskov – Tårs – (Fähre) – Spodsbjerg – Rudkøbing – (Fähre) – Marstal – Ærøskøbing
Länge: ca. 88 km, davon ca. 35 km Fähre
Dauer: 10 h, inklusive Fährfahrten und Wartezeiten 🙂

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