Tag 8: Von Ærøskøbing nach Flensburg

Unser letzter Fahrradtag. Mit der Fähre von Ærøskøbing von Fünen und dann weiter nach Flensburg. Ein Sturz vor zwei Tagen hat uns so ein bisschen den Spaß am Fahrradfahren verdorben, daher wollen wir das letzte Stück – von Sonderburg nach Flensburg – mit dem Zug fahren.

Bevor wir aber unsere Zelte auf der Obstwiese abbrechen müssen wir erst einmal einen Platten reparieren. Nach der Überfahrt von Langeland ist uns erst auf Ærø aufgefallen und die letzten Kilometer haben wir gestern mit einigen Pump-Pausen geschafft.

Tierische Besucher auf unserem Campingplatz

Das nächste Problem, dass wir morgens hatten war, dass wir die Fähre nach Fünen nicht Online buchen konnten. Irgendwie merkwürdig, denn für Fahrradfahrer sollte doch immer irgendwie Platz sein. Wir fahren also auf gut Glück nach Søby.

Vorher machen wir aber noch einen kleinen Bummel durch Ærøskøbing. Die Stadt mit ihren vielen denkmalgeschützten Häusern gilt als eine der schönsten Kleinstädte Dänemarks.

Ærøskøbing
Ærøskøbing
Ærøskøbing
Ærøskøbing

An der Küste entlang und durch die Felder fahren wir nach Søby. Nach 19 Kilometern gemütlicher Fahrt auf einer insgesamt doch recht hügeligen Strecke kommen wir im Fährhafen an. Dort hat auch schon die Fähre aus Fynshavn angelegt. Und wir können das Problem mit der Fahrradbuchung klären: Die Buchungs-App hat einen Fehler; wir sollen einfach für die Menschen ein Ticket nach Fynshavn buchen und für die Fahrräder ein Ticket nach Faaborg. Gesagt, getan. Hoffentlich kommen wir dann auch an Bord.

An der Küste von Ærø
An der Küste von Ærø
An der Fähre in Søby
An der Fähre in Søby

Bis zur Abfahrt der Fähre dauert es noch ein bisschen und so müssen wir wieder einmal warten. Langsam kommen auch mehr und mehr Autos, die auch auf die Fähre wollen und sich schön in einer Schlange anstellen. Es wird wohl ganz schön voll werden – ob das klappt, dass wir mit unseren Fahrrädern auf die Fähre kommen? Aber die Sorge ist unbegründet. Die Kontrolleurin lässt uns an Bord, es wird eben schnell umgebucht – alles kein Problem. Dänemark ist – das haben wir in den letzten Tag gemerkt – ohnehin ein recht entspanntes Land.

Die Überfahrt nach Fünen dauert etwas mehr als eine Stunde. Zeit genug, die Aussicht zu genießen und im kleinen Bord-Restaurant eine Tasse Kaffee zu trinken und eine Portion Pommes Frites zu essen.

Auf Fünen ist dann unser Ziel Sønderborg. Von dort soll es mit dem Zug – inklusive einmal Umsteigen – nach Flensburg gehen. Interessanterweise konnte man diese Verbindung mit der App der Deutschen Bahn nicht buchen, mit der App der Dänischen Staatsbahn aber schon. Merkwürdig. Aber erstmal müssen wir zum Bahnhof kommen. Wir wählen den direkten Weg – quer über die Insel. An der Straße entlang; mit breitem Radweg. Und auch hier wird das Vorurteil, Inseln seien flach, widerlegt. Vom Fährhafen aus geht es 60 Höhenmeter an Stück bergauf. Nicht viel, aber doch etwas unerwartet. Dafür geht es danach aber auch direkt wieder den Berg runter – einfach rollen lassen. Augustenborg lassen wir rechts liegen – normalerweise hätten wir hier vielleicht einen kleinen Sightseeing-Abstecher gemacht – aber wir wollen nur möglichst schnell nach Flensburg.

19 Kilometer sind es bis zum Bahnhof in Sønderborg. Fahrkarten über die App gekauft und dann müssen wir noch etwas auf die Abfahrt des Zuges warten. Die Wartezeit verbringen am Alssund und beobachten die Segler, die darauf warten, dass die Brücke geöffnet wird. Das geschieht einmal in der Stunde. Und wenn man „Rund Fünen“ segeln will, dann muss man hier durch.

Ein Fahrrad am Bahnhof in Sønderborg
Am Bahnhof in Sønderborg

Dann geht es los. Rein mit den Fahrrädern in den Zug – wir sind nicht die einzigen Radfahrer, aber es gibt genug Platz und nach etwas mehr als einer halben Stunde erreichen wir Tinglev. Dort müssen wir umsteigen. Also alles raus aus dem Zug und auf den Anschlusszug warten. Der kommt wenige Minuten später. Und dann kommt die böse Überraschung: ohne Fahrradreservierung kämen wir nicht rein – es seien alle Fahrradplätze schon belegt. Auf die Diskussion, dass wir doch Fahrkarten buchen konnten, läßt er sich nicht ein. Und so bleiben wir am Bahnhof stehen. Der Plan, das letzte Stück nach Flensburg mit der Bahn zu fahren, ist also nur teilweise geglückt.

Also planen wir eine Fahrradroute nach Flensburg. Wir nehmen die Variante „Rennrad“, denn es soll möglichst schnell gehen und die Wege sollen nicht allzu schwierig sein.

Bis Flensburg sind es knapp 26 Kilometer. Viel ist mir davon nicht in Erinnerung geblieben – außer dem Grenzübertritt bei Kilometer 15 und einer langen, heftigen Steigung kurz vor Flensburg – das musste zum Abschluss der Tour nicht wirklich sein. Nach knapp 90 Minuten erreichen wir unser Hotel direkt an der Flensburger Förde, genauer gesagt, sogar direkt an der Hafenspitze. Wir genießen die Hotel-Dusche, dann geht es zu einem Spaziergang inklusive Abendessen an die Förde und dann war’s das. Dänemark-Tour abgeschlossen. Morgen geht’s nach Hause.

Flensburger Hafen am Abend
Abendstimmung in Flensburg

Strecke: Ærøskøbing – Søby – (Fähre) – Fynshav – Sønderborg – (Zug) – Tinglev – Flensburg

Länge: ca. 64 km (reine Radstrecke)

Dauer: 9 Stunden (inkl. Stadtbummel, Fähre, Zug – und Wartezeiten)

Karte mit der Strecke am letzten Rad-Tag
Graph GPXSee / Kartenmaterial (c) OpenStreetMap-Mitwirkende

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