Los geht’s auf dem Nordseeküstenradweg in Schleswig-Holstein. 40 km von Wedel nach Elmshorn stehen auf dem Reiseplan. Aber vor das Fahrradfahren haben die Götter die Anreise mit der Deutschen Bahn gesetzt.
Also geht es erstmal gemütlich mit dem Fahrrad von Hilden zum Düsseldorfer Hauptbahnhof. Die S-Bahn von Hilden nach Düsseldorf fährt diesen Sommer nicht und außerdem sind die ca. 12 km ein gemütlicher Start in den Radurlaub. Um 9:28 soll der IC 2310 in den Norden starten. Sitzplatz und Platz für das Fahrrad sind in Wagen 6 reserviert. Wagen 6 ist wichtig, denn der Intercity hat zwei Zugteile: ein Zugteil fährt nach Sylt und der andere Zugteil wird in Niebüll abgekoppelt und fährt dann weiter nach Dagebüll Mole. Von dort aus geht es für die Reisenden weiter nach Amrum oder Föhr. Und weil der Zug zwei Zugteile hat, hat er auch zwei Fahrradabteile. Und es kam, wie es kommen musste: zwei Radfahrer steigen in den falschen Fahrradwaggon ein. Das Ergebnis: acht Fahrräder, wo sonst nur sechs Fahrräder stehen sollten. Und zusätzlich steht dort auch noch Gepäck. Aber der sehr relaxte Zugchef macht mit beim Fahrrad-Tetris und irgendwann passt dann alles. Keiner muss beim nächsten Halt eben mal das Fahrradabteil wechseln.
Aus zwischenzeitlich 15 Minuten Verspätung werden bis Hamburg-Harburg knapp 20 Minuten „Verfrühung“. Bis Hamburg Hauptbahnhof verringert sich das auf etwa 5 Minuten, aber – Applaus, Applaus – wir fahren ohne Verspätung in Hamburg ein. Bei aller Kritik muss man die Bahn ja auch loben, wenn sie es verdient hat.
Mit der S-Bahn geht es dann weiter nach Wedel. Fahrräder fahren im Hamburg beim Deutschland-Ticket kostenlos S-Bahn mit. Punkt für Hamburg. Und um 14 Uhr stehe ich dann in Wedel auf dem Bahnhof. Los geht’s. Bei 30 Grad und Sonne.
Vom Bahnhof aus fahre ich durch die Stadt zum Schulauer Fährhaus. Dort, am Willkomm-Höft, wo die großen Schiffe begrüßt und verabschiedet werden, soll mein Startpunkt für den Nordseeradweg sein, denn die Strecke von Hamburg bis hierher hatte ich vor einigen Jahren schon einmal abgefahren, als ich beruflich in Hamburg war.

Nach wenigen Metern biege ich links ab und verlasse die Straße. Es geht am Hafen von Wedel entlang und dann komme ich zum Deich: Wasser, Deich, Schafe, Radweg – dieses Quartett wird mich in wechselnden Kompositionen die nächsten Tage begleiten.

Am Kreuzdeich biegt der Nordseeküstenradweg rechts ab Richtung Neuendeich. Ich fahre weiter geradeaus. Die beiden Sperrwerke auf dem Weg, das Pinnau-Sperrwerk und das Krückau-Sperrwerk sind am Wochenende durchgehend passierbar und so kann ich etwas abkürzen. Und außerdem kann ich dann weiter am Deich entlang fahren. Am Krückau-Sperrwerk mache ein kurze Pause, fahre dann ein kleines Stück um Krückau-aufwärts Richtung Elmshorn zu fahren. Generell gilt, dass man – wenn man von Hamburg kommend den Nordseeküstenradweg fährt – sich über die Öffnungszeiten der beiden Sperrwerke informieren sollten. Unter Umständen muss man einen kleinen Umweg fahren, wenn eines oder beide nicht passierbar sind.

Nach etwa vier Kilometern zeigt ein Wegweiser nach links zur „Fähre Kronsnest„. Ein kleiner Weg führt mich zu dieser kleinsten Fähre Deutschlands. Mit einem „Hol Över“ will ich die Fähre rufen, aber das ist garnicht nötig, denn sie ist ohnehin schon mit zwei Radfahrern in meine Richtung unterwegs.

Knapp 30 m sind es, dann bin ich am Nordufer angekommen. Dann noch schnell die Fähre bezahlen (2 EUR inkl. Fahrrad) und dann sitze ich wieder auf dem Fahrrad Richtung Elmshorn wo ich dann auch wenig später an meinem Hotel ankomme. Kurz noch etwas einkaufen, dann ist Feierabend für heute. Tag 1 geschafft.
Strecke: Wedel – Elmshorn
Länge: 37,4 km
Dauer: 2:20 h (inkl. Pausen und Fähre)
