Heute geht es von St. Michaelisdonn über Meldorf wieder zur Küste und dann immer am Deich lang: Büsum, Eidersperrwerk – und dann nicht vergessen, rechts nach Tönning abzubiegen.
Es sind nur etwa 64 Kilometer, die heute auf dem Plan stehen und so kann ich mir mit dem Frühstück Zeit lassen. Das Wetter ist besser, Regen ist nicht angesagt – ein Grund mehr, den Tag ruhig angehen zu lassen.
Um 9:30 Uhr packe ich mein Rad und verlasse das Landhotel. Die ersten Meter führen mich quer durch St. Michaelisdonn – anscheinend hatten die Routenplaner das Ziel, mir zu zeigen, dass es in Dithmarschen auch Hügel gibt und man versucht auch immer wieder, anstelle von 200 m an einer Bundesstraße entlang einen Kilometer Umweg zu fahren.
Als ich aus St. Michaelisdonn raus bin geht es erstmal an der Bahnstrecke von Hamburg nach Sylt entlang. Drei Kilometer. Geradeaus. Flach. Dann geht’s über die Bahngleise einen kleinen Hügel hinauf. Über Windbergen erreiche ich dann nach etwa 16 Kilometern Meldorf.

In Meldorf mache ich auf dem Marktplatz kurz Pause und schaue mir die Kirche St. Johannis, den „Meldorfer Dom“ an. Leider habe ich keine Idee, wo ich mein Gepäck sicher verwahren kann – daher bleibt’s bei der Außenansicht. Leid des alleinreisenden Radfahrers.

Von Meldorf geht es dann schnurstracks Richtung Westen zur Küste. Am Sperrwerk, das den Speicherkoog Richtung Nordsee entwässert, bin ich endlich wieder am Deich angekommen. Von dort aus sind es knapp zehn Kilometer nach Büsum. Der Ort ist einer der größten Fremdenverkehrsorte an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und heute ziemlich überlaufen. Kein schöner Ort für eine Pause; zudem hat sich der Himmel etwas zugezogen. Ein paar Fotos, dann geht es weiter. Erst hinter Büsum mache ich auf einer Bank eine kurze Mittagspause.

Was mich in Büsum immer wieder fasziniert ist das „Büsumer Hochhaus“, das mit seinen 22 Etagen das höchste Gebäude an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins ist. Wahrzeichen von Büsum oder Schandfleck? Darüber streiten sich die Geister. Und von einer der oberen Etagen aus hat man sicher einen traumhaften Blick. Aber für mich ist es nur eine der vielen Bausünden der 1970er-Jahre, die man an der Küste leider vielerorts findet.


15 Deich-Kilometer später komme ich zum Eidersperrwerk. Über knapp fünf Kilometer erstreckt sich der Damm aus Asphalt und Schotter, mit dem hier die Eidermündung und die hinter dem Deich liegenden Teile von Dithmarschen und Nordfriesland vor den Sturmfluten der Nordsee geschützt werden. Nicht schön, aber wie heißt es so schön „Willst du nicht deichen, musst du weichen“. Das eigentliche Eidersperrwerk – der Durchlass für das Wasser – ist nur etwa 230 m breit.



Hinter dem Eidersperrwerk verlasse ich den Deich und biege rechts ab. An der Eider entlang – genauer gesagt, an dem durch das Eidersperrwerk entstandende Naturschutzgebiet Kattinger Watt – fahre ich nach Tönning, meinem heutigen Tagesziel. Nach 64 Kilometern und etwas mehr als vier Stunden stelle ich mein Fahrrad vor dem Hotel am Hafen ab. Mein Zimmer hat zwar keinen Hafenblick, aber egal. Man kann nicht alles haben. Den Rest den Nachmittages nutze ich für einen kleinen Stadtbummel durch Tönning: Der alte Hafen, der durch das Packhaus auf der Westseite überragt wird, die anderen alten Häuser rund um den Hafen und der Stadtkern lohnen einen Besuch.


Strecke: St. Michaelisdonn – Büsum – Tönning
Länge: 64 km
Dauer: 4:15 h

Zurück zu Tag 2 * Weiter zu Tag 4