Vor der Radtour hat der liebe Gott die Anreise gesetzt. Dieses Mal mit dem Auto bis Travemünde, dann mit der Fähre nach Malmö und weiter mit dem Zug nach Kopenhagen. Ein Reisetag mit viel (Meer)-Zeit.
Nachts um drei Uhr geht es los: Fahrräder und Gepäck ins Auto laden und dann geht es nordwärts Richtung Ostsee. Wir haben die Anreise mit ausreichend Puffer geplant und so kommen wir gegen 8:30 Uhr in Travemünde an. Parkplatz suchen, Fahrräder beladen und dann geht es Richtung Skandinavienkai. Der Check-In öffnet erst um 9:30 Uhr und so müssen wir erstmal warten.

Nach dem Einchecken heißt es wieder warten. Es dauert einige Zeit, aber dann dürfen wir an Bord. Sogar vor den LKWs und PKWs, denn die Fahrradplätze sind am Bug des Schiffes gemeinsam mit vielen anderen Radfahrern, alle in schöne Warnwesten gekleidet, geht es ein paar Meter hinter einem VW-Bus her und dann fahren wir über eine Rampe an Bord. Fahrräder abschließen, das nötige Gepäck mitnehmen und dann beziehen wir unsere Kabine. Ursprünglich wollten wir die Nacht-Fähre nehmen – da sind Kabinen Pflicht – aber wir haben dann umdisponiert. Und da wir die Nacht durchgefahren sind, ist es Kabine sicher nicht schlecht. Und nachdem wir bei der Ausfahrt aus dem Hafen Travemünde den Ausblick genossen haben, eine kleine Runde über das Schiff gedreht haben und im Restaurant ausgiebig gefrühstückt haben, legen wir uns erstmal schlafen. Schlaf nachholen.

Am späten Nachmittag wachen wir auf. Gegen 20 Uhr sollen wir in Malmö ankommen und so müssen wir uns noch etwas die Zeit vertreiben: eine Runde übers Deck, die Aussicht genießen, Kaffee trinken – und dann noch ein Abendessen im Restaurant (natürlich mit Ausblick).
In Malmö dürfen wir dann mit unseren Fahrrädern als erste von Bord. Acht Kilometer, überwiegend durch das Hafengebiet, sind es bis zum Hauptbahnhof Malmö. Von dort geht es mit dem Zug über die Öresundbrücke nach Kopenhagen. Leider darf man mit dem Fahrrad nicht über die Brücke fahren 🙁 . Fahrkartenkauf in Malmö – kein Problem. Am Automaten läuft alles ganz einfach. Und ich stelle mir vor, wie es ausländischen Touristen an deutschen Fahrkartenautomaten geht – mit den unterschiedlichen Tarifen, Zonen usw.
Im Zug ist genug Platz für die Fahrräder und nach einer 45-minütigen Fahrt kommen wir am Hauptbahnhof in Kopenhagen („Københavns Hovedbanegård“). Unser Hotel liegt direkt am Bahnhof. Bewusst so gewählt, damit wir spätabends nicht noch länger durch Kopenhagen fahren müssen. Egal, wie fahrradfreundlich die Stadt sein soll, nach der langen Reise muss das nicht sein.
Im Hotel dann eine Überraschung: nein, einen Abstellplatz für Fahrräder gibt es nicht, aber wir können ja unsere Räder neben der Tür abstellen. Dort, in Sichtweite des Hauptbahnhofes, stehen schon jede Menge anderer Fahrräder. Nicht alle in bestem Zustand und nicht alle in bester Qualität. Etwas skeptisch schließen wir unsere Gravelbikes an – aber (Spoiler) zwei Tage später waren sie noch vollständig da.