Unser letzter Tag auf dem Weser-Radweg führt uns von Bremen nach Bremerhaven. Zwei Städte, die beide im Bundesland Bremen liegen, die aber 80 Kilometer voneinander entfernt sind.
Morgens um 9 Uhr starten wir das Finale unseres Fahrradurlaubes. Zuerst müssen wir ein paar Kilometer durch die Bremer Innenstadt fahren. Das gelingt unerwartet gut: breite Radwege und abgesperrte Fahrradstreifen, teilweise sogar Fahrradstraßen.
Über die Stephanibrücke kommen wir nach Bremen-Neustadt und biegen dann am Hohentorsplatz rechts ab. Es geht durch ein Gewerbegebiet, dann am Hafen entlang. Nach knapp 10 Kilometern lassen wir die Stadt hinter uns. Es geht am Naturschutzgebiet Hochwasserschutzpolder vorbei und dann sind wir wieder an der Weser. Beim Hafen Hassebüren verlassen wir kurz den Deich, kehren am Ochtumsperrwerk wieder zum Fluss zurück.
Nächster Ort auf der Route ist Lemwerder. Kurz bevor wir den Fluß verlassen, fahren wir an der Weser-Side-Gallery entlang. Das ist eine etwa einen Kilometer lange Hochwasserschutzwand mit Graffiti-Kunst. Nicht alles ist mein Geschmack, aber alles ist besser als Beton-Grau.
Weiter geht es an den Werften von Lemwerder vorbei: Lürssen und Abeking & Rasmussen sind Namen, die auch überregional bekannt sind. Auch im weiteren Verlauf des Tages werden wir an bekannten Werften vorbeikommen, die hier an der Unterweser Standorte haben. An der Industriestraße fahren wir auf der Rückseite der Lürssen-Werft nach Westen. Hinter Lemwerder biegen wir an der Ritzenbütteler Straße rechts ab.

Weiter geht es am Deich entlang.
An einem Melkhus kurz vor Elsfleth machen wir Pause. Diese „Milchhäuser“ gibt es oft an den Radwegen in Norddeutschland. „Unser“ Melkhus ist nur am Wochenende bewirtschaftet, heute ist Selbstbedienung.




Wenige Kilometer nach dem Melkhus kommt die nächste Pause, diesmal ist es eine „Zwangspause“. Das Hunte-Sperrwerk ist nur zu jeder vollen Stunde passierbar und so müssen wir warten. Schon von weitem sehen wir, dass wir warten müssen.

Die offizielle Route des Weser-Radweges umgeht das Huntesperrwerk und nutzt für den Übergang über die Hunte die Brücke bei Huntebrück.
So geht es am Deich entlang weiter. Wir fahren durch Brake und nach insgesamt knapp 66 Kilometern kommen wir nach Nordenham. Von dort wollen wir die Fähre nach Bremerhaven nehmen. Aber vorher müssen wir noch dem Weserstein in Blexen einen Besuch abstatten. Wir sind am Weserstein in Hann. Münden gestartet, da ist der Weserstein an der Mündung der passende Abschluss, obwohl er nicht Teil des Weser-Radweges ist.

Vom Weserstein aus müssen wir ein paar Kilometer zum Fähranleger in Nordenham zurückfahren. Eine knappe Viertelstunde dauert die Fahrt mit der Fähre, dann sind wir in Bremerhaven. Von Anleger aus sind nur noch drei Kilometer bis zu unserem Hotel am Neuen Hafen. Ziel erreicht. Weser-Radweg geschafft. 500 km. Fertig.

Am Neuen Hafen gibt es viel zu sehen und so machen wir vor dem Abendessen (wieder einmal) einen Sightseeing-Spaziergang. Und hätten wir nicht so getrödelt, dann hätten wir auch noch die Keas im Zoo Bremerhaven („Zoo am Meer“) besuchen können.





Auch wenn für uns in Bremerhaven Schluß ist und wir hier gerne auch noch einiges angeguckt hätten (Zoo, Auswanderermuseum, Schiffahrtsmuseum), geht der Weser-Radweg noch weiter bis nach Cuxhaven. Die Route entspricht dem Nordseeküstenradweg. Eine Tourbeschreibung dazu gibt es hier, denn ich bin die Strecke 2023 schon gefahren. Für uns geht es morgen mit der Bahn nach Hause. Mal sehen, welche Abenteuer da auf uns warten.
Strecke: Bremen – Lemwerder – Elsfleth – Brake- Nordenham – Bremerhaven
Länge: 86 km
Dauer: 6:45 h – inkl. Pausen, Fähr- und Wartezeiten
