Ummanz, die unscheinbare Insel

“Ummanz? – die Insel kenne ich nicht”, so habe ich es oft gehört, als ich von meinen Reisezielen im November 2021 berichtet habe. “Ummanz – das ist Rügen”, so ein langjähriger Rügenbesucher. Also: was ist Ummanz?

Ummanz ist “West-Rügen”, denn so heißt der Zusammenschluss von elf Gemeinden, von der aus die Insel verwaltet wird. Die Insel nennt sich selbst auch “Rügeninsel Ummanz”. Ummanz ist aber auch eine Gemeinde, die zum Teil auf der Insel Rügen und zum Teil auf der Insel Ummanz liegt. Also aufgepasst, dass man auf der Suche nach einem Insel-Quartier nicht doch versehentlich auf Rügen landet. Auf der Landkarte ist die Insel auf der ersten Blick schwer zu entdecken. Der Focker Strom, der Rügen von der westlich gelegenen Insel Ummanz trennt, ist nicht sehr breit. Gerade einmal 250 m lang ist die Brücke, die die beiden Inseln verbindet.

Wenn man über die Brücke auf die Insel kommt und auf den Hauptort Waase zu fährt, dann kommt direkt die St. Marien-Kirche ins Blickfeld. Die Kirche aus dem 14. Jahrhundert ist eine der Sehenswürdigkeiten der Insel.

St. Marien Kirche in Waase auf der Insel Ummanz

Knapp 200 der etwa 300 Inselbewohner leben in Waase, sprich: die Insel ist sehr dünn besiedelt. Sprich: es ist sehr viel Platz für Ruhe, Abgeschiedenheit und Natur. So lassen sich dann auch hauptsächlich im Oktober zahlreiche Kraniche beobachten, die auf ihrem Zug gen Süden auf Ummanz Station machen.

Ummanz war die letzte Station auf meiner Ostsee-Inseltour im November 2021. Mit zwei Übrnachtungen war es ein absoluter Kurzaufenthalt. Auf meiner Radtour über die Insel bin ich dann auch von meiner kleinen Ferienwohnung in Waase zur Beobachtungstation im Nordosten der Insel gefahren. Aber wie es zu erwarten war, waren Anfang November die Kraniche schon weitergeflogen.

Kranichbeobachtungsstation

Meine Tour sollte mich dann weiter über den Norden der Insel an die Westküste führen, aber da die Wege eher nicht zum Fahrradfahren geeignet waren, ging es wieder zurück nach Waase und dann ging es auf der Straße weiter. Wenn man also wirklich einmal “rund um die Insel” möchte, dann macht man das vielleicht besser zu Fuß.

Ich biege dann bei erster Gelegenheit rechts ab und folge dem Schild “Deich” Richtung Westküste. Von Deich aus geht der Blick rüber auf die Hiddensee. Im Sommer ist das Gewässer zwischen den beiden Inseln ein beliebtes Surfrevier; heute ist alles ruhig. Wie auch insgesamt die Insel ein sehr ruhiges Fleckchen Erde ist.

Blick auf dem Deichradweg Richtung Norden

Es geht weiter auf dem Deichradweg Richtung Süden. Leider müssen wir schon nach etwas mehr als einem Kilometer wieder runter vom Deich. Vor uns liegt Privateigentum und es geht durch ein kleines Wäldchen zurück zur Straße. Auf der Straße geht es dann auch weiter auf der Rundtour. Nach 13 km geht es rechts ab Richtung Freesenort. Zum südlichsten Teil der Insel sind es etwa 1,5 km. Ich verzichte darauf und fahre auf der “Inselringstraße” Richtung Waase zurück und bin nach einer kurzen Tour von etwa 17 km wieder an dem kleinen Hafen in Waase.

Der kleine Hafen in Waase. Im Hintergrund die St. Marien Kirche

Insgesamt ist Ummanz eine kleine, eher unspektakuläre Insel für Leute, die Ruhe und Natur suchen. Und wenn man mehr “Action” haben will, dann ist Rügen ja nicht weit.

Meine Tour auf Ummanz – Kartenmaterial © OpenStreetMap-Mitwirkende

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